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Bahn kommt nach Kellinghusen - ein Wahlversprechen oder Wirklichkeit?
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16.07.16
 
Minister Meyer nach Entscheidung über jährliches 30-Millionen-Plus für ÖPNV
"Wir stellen Weichen für mehr Qualität, neue Projekte und einheitliche Tarife"
Datum 15.07.2016 aus Pressestelle des MWAVT des Landes SH


Der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in Schleswig-Holstein steht vor einem großen Qualitäts-Sprung: Nachdem sich Bund und Länder bei den Verhand­lungen zur Neuregelung des künftigen Eisenbahnrechts in Deutschland auf eine Deckelung der Stations- und Trassenpreise verständigt haben, ist klar: Bis zum Jahr 2031 stehen Schleswig-Holstein aus dem bundesweiten 8,2-Milliarden-Topf an sogenannten Regionalisierungsmitteln jährlich durchschnittlich 30 Millionen Euro mehr zur Verfügung als in den letzten Jahren. "Auch wenn das Regionalisierungsgesetz absehbar erst im Herbst verabschiedet wird, haben wir heute schon Planungssicherheit und können mehr ÖPNV wagen", sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (15. Juli) in Kiel. Insgesamt steht dem Land in den nächsten 15 Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung.

Wie Meyer sagte, sollen die Mittel in vier Schwerpunktbereiche investiert werden: "Wir werden ungefähr je ein Drittel in Qualitätsverbesserungen und neue Projekte geben; das verbleibende Drittel verwenden wir zu etwa gleichen Teilen für eine Stärkung der Busverkehre und für Tarifverbesserungen." Er sei sich sicher, dass es mit dieser Strategie gelingen werde, dauerhaft mehr Menschen davon zu überzeugen, dass Bahn und Bus eine gute Alternative zum eigenen Auto seien, so der Minister.

Als dringliche Qualitätsverbesserungen nannte er unter anderem eine größere Pünktlichkeit der Züge, verbesserte Fahrgastinformationen und mehr Komfort – etwa durch WLAN oder elektronische Buchungs- und Zahlungssysteme. Erste WLAN-Pilotprojekte könnten noch in diesem Jahr starten. Ein weiteres Ziel sei zudem, die Energiewende stärker als bislang auch im Nahverkehr umzusetzen, beispielsweise durch umweltfreundlichere Antriebsformen als Dieselmotoren.

Als größte Investitions-Projekte der nächsten Jahre nannte Meyer neben der bereits beschlossenen Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberger Strand die beiden geplanten Schienenprojekte "S 21" (Hamburg-Kaltenkirchen) und "S 4 Ost" (Hamburg-Bad Oldesloe) sowie den Ausbau der Strecke Wrist–Kellinghusen. Darüber hinaus steht auch die Reaktivierung der Strecke Geesthacht–Nettelnburg auf dem Plan. An der Westküste soll zudem künftig ein Schnellbus zwischen Itzehoe und Brunsbüttel verkehren.

Als ein Beispiel für eine Angebotsverbesserung auf bestehenden Strecken nannte der Minister den heutigen stündlichen Regionalexpress zwischen Kiel und Lübeck, der künftig durch eine noch schnellere Regionalbahn ergänzt werden soll, so dass es zwischen beiden Städten in etwa einen Halbstundentakt geben werde. Im besonders stark nachgefragten Abschnitt zwischen Kiel und Preetz werde zudem eine zusätzliche stündliche Regionalbahn eingeführt, die einige neue Haltepunkte bedienen könne.

Wichtig für einen leistungsfähigen ÖPNV der Zukunft ist nach den Worten von Meyer auch die Barrierefreiheit von Bahnhöfen. Deshalb werde das 2001 begonnene Bahnhofs-Stationsprogramm fortgesetzt. Dabei stehen unter anderem die Modernisierung der Bahnhöfe von Pinneberg, Tönning oder Gettorf auf dem Programm.

"Unter Barrierefreiheit verstehe ich aber auch den reibungslosen Zugang zu Informationen und die bargeldlose Abwicklung von Buchungen", sagte Meyer. Deshalb sei es das Ziel von Land und dem landesweiten Verkehrsverbund "NAH.SH", auch neue Vertriebswege zu schaffen. "Wir werden Systeme für mobile Tickets ebenso auf den Weg bringen wie kundenfreundliche Gesamt-Angebote", so der Minister.

Mit Blick auf die künftige Tarifgestaltung im Norden sagte Meyer: "Zwar gilt der SH-Tarif schon seit 2005 im ganzen Land und bis nach Hamburg, Fahrgäste nehmen aber immer noch Tarifgrenzen wahr. Gemeinsam mit den Regierungen in Niedersachen und Hamburg wollen und werden wir deshalb einen gemeinsamen norddeutschen Tarif gestalten." Außerdem sind nach den Worten des Ministers weitere zielgruppengerechte Angebote nötig. Dazu gehöre unter anderem eine sogenannte "9-Uhr-Zeitkarte" und ein landesweites Semesterticket.

Die im kommenden Jahr auslaufende Finanzierungsverordnung mit den Kommunen zur Organisation der Busverkehre wird – so Meyer – ab 2018 ebenfalls finanziell besser ausgestattet.


Mark Helfrich
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Hans-Jörn Arp MDL
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Heiner Rickers MDL
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