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Heiner Rickers: Absage an ungebremstes Wachstum
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31.08.15
 
Union will mehr Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Naturschutz / Bauernverband sieht Grenzen
(aus Norddeutsche Rundschau 31.08.15, P. Höver/W. Blumenthal)

KIEL/RENDSBURG Die Nord-CDU stellt sich in der Agrarpolitik neu auf und setzt darauf, „ideologische Verhärtungen“ zwischen Naturschutz und Landwirtschaft aufzubrechen. In einem unserer Zeitung vorliegenden Positionspapier sieht sich die Unionsfraktion im Landtag zwar weiter eng verbunden mit der Agrarwirtschaft zwischen Nord- und OstseeErstmals wird dieser Wirtschaftszweig aber auch mitverantwortlich gemacht für den Rückgang der Artenvielfalt
„Wir können nicht länger alles schönreden“, sagt CDU Agrarexperte Heiner Rickers, der das Papier maßgeblich mit entwickelt hat. Geht es nach Unionsfraktionschef Daniel Günther, sollen die Kurskorrekturen Bestandteil des CDU-Wahlprogramms für 2017 werden. Günther ist zugleich Vorsitzender der Programmkommission.
Das zwölf Seiten lange Papier dürfte bei der traditionellen Landwirtschaftsmesse Norla, die in der kommenden Woche in Rendsburg beginnt, für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Zwar sind Spitzenfunktionäre des Bauernverbandes eingeweiht; klar ist unionsintern aber auch: mit einigen Positionen geht die Partei, die sich traditionell als Verbündete der Bauern sieht, an deren Schmerzgrenzen.
„Wir stehen für eine moderne, nachhaltige Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel erzeugt, die Umwelt belastende Emissionen von Nährstoffen und klimaschädlichen Gasen vermeidet, die Biodiversität und die Kulturlandschaft erhält und die Nutztiere tiergerecht hält.“ Für die Union kommt eine solche Definition von Landwirtschaft, die im selben Atemzug Umwelt-, Artenund Tierschutz nennt, einer kleinen Revolution gleich.
Gleichwohl: „Eine Agrarwende, wie sie andere politische Parteien fordern“, sieht der Bauernverband Schleswig- Holstein in dem Agrarpapier der Nord-Union nicht. „Die Grundrichtung stimmt“, sagt Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes auf Anfrage. Die Union verfolge „eher eine ökonomische statt eine ideologische Sicht“, interpretiert Gersteuer die novellierte Position der Partei.
„Wir müssen raus aus den ideologischen Gräben“, sagt Rickers, der das Agrarpapier auch als Versuch sieht, Vertrauen gegenüber der Landwirtschaft zu schaffen und „diffuse Ängste“ gegenüber deren Produktionsweisen ernst zu nehmen. Ziel sei es, die Landwirtschaft „mitzunehmen auf einem Weg zur Lösung von Problemen, die in der Gesellschaft seit langem als solche benannt werden“. Dabei dürfe allerdings nicht aus den Augen verloren werden, dass die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein mit ihren rund 100 000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftszweig sei und das auch bleiben müsse.
Einer Agrarproduktion, die allein auf Wachstum setzt, erteilt die CDU-Fraktion erstmals eine klare Absage. „Zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und zur Hungerbekämpfung gilt es einen ,dritten Weg‘ zwischen Produktionssteigerung und ökologischem Landbau zu finden“, heißt es in dem Papier. Dabei gehe es im Kern um eine „ökoeffiziente Lebensmittelerzeugung sowohl in den Hochertragsregionen in unseren Breiten als auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern“.
Damit grenzt sich die Nord- Union klar vom Bauernverband ab. „Dies ist nicht mehr unsere Sichtweise“, sagt Gersteuer. Er lehne einen sogenannten dritten Weg derzeit ab. „Es ist immer noch eine Ertragsteigerung möglich“, so der Generalsekretär, „und dies bei weniger Input und damit nachhaltigerer Bewirtschaftung.“ Ein „dritter Weg“ bedeute auch immer, „dass noch mehr reglementiert“ wird. Überdies entwickele sich die Landwirtschaft stetig weiter. „Der jetzige Stand ist kein Endpunkt“, sagt Gersteuerweiter. UndtrotzderDifferenzen: Die Bauern seien stets zum Dialog bereit.
In einem Punkt dürfte zwischen Bauern und Union klare Einigkeit herrschen: Der Wert von Lebensmitteln müsse wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gerufen werden. Es sei unethisch, dass jährlich elf Millionen Tonnen verwertbarer Nahrungsmittel in der Abfallbehandlung landen. Deshalb müssten Verbraucher über den Umgang mit Lebensmitteln stärker aufgeklärt werden. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum“, heißt es in dem Papier.

Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Kellinghusen
Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Kellinghusen

Mark Helfrich
Mark Helfrich
Hans-Jörn Arp MDL
Hans-Jörn Arp MDL
Heiner Rickers MDL
Heiner Rickers MDL
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